Montag, 02. Jul 2007
Natuerlich waren Bier und Steak nicht die einzigen Gruende warum wir Namibia besuchten. Sehr interessiert hat uns was noch von Deutsch-Suedwestafrika uebrig geblieben war. Gerade die Region Windhoek mit ihren zahlreichen heißen Quellen waren der Grund für die erste Besiedelung der Gegend.
Von Ende 1842 bis Oktober 1844 waren schon die ersten deutschen Missionare in Windhoek taetig. Als die Stadt allmählich zu florieren begann, wurde sie jedoch durch kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Nama und den Herero (auch als „Hottentotten” bekannt) zerstört.
1878 eignete sich Großbritannien die Walfischbucht an der Kueste an. Am Hinterland war England jedoch nicht interessiert und so resultierte noch im selben Jahr ein Gesuch der Großkaufmänner Franz Adolf Eduard Lüderitz und Heinrich Vogelsang an das deutsche auswärtige Amt in der Ausrufung von Deutsch-Südwestafrika als deutsches Schutzgebiet. Als die Grenzen des Schutzgebietes 1890 festgelegt wurden entsandte man die sog. Schutztruppe nach Südwestafrika um Ordnung zu halten. Als Stützpunkt dieser wählte man Windhoek, da es als strategischer Puffer zwischen den verfeindeten Nama und Herero lag, und seine Quellen außerdem die Wasserversorgung sicherten.
Dementspechend viele Museen, Denkmaeler und historische Gebaeude gibt es in und um Windhoek zu besichtigen.
Da wir den Motorraedern keine groesseren Umwege mehr zumuten wollten liesen wir den Norden Namibias aus und fuhren gleich an die Kueste nach Swakopmund. Die beliebteste Urlaubsstadt Namibias liegt zwischen Meeresdünen und auf der Nordseite der Mündung des Trockenflusses Swakop. Historische Bedeutung hatte die Stadt als Haupthafen der deutschen Kolonialverwaltung im damaligen Schutzgebiet und als Haupthafen für Einwanderer aus Deutschland. Das ist der Grund wieso die Stadt mit Ihrem beruehmten Brauhaus bis heute noch sehr deutsch gepraegt ist.
Von dort aus fuhren wir auf excellent preparierten Pisten bis Sossusvlei. Diese atemberaubende Landschaft liegt in einer von Namibsand-Dünen umschlossenen Salz-Ton-Pfanne („Vlei”) in der Namib-Wüste, die nur in sehr seltenen guten Regenjahren Wasser führt. Dann bildet sich sogar für kurze Zeit ein wenige Zentimeter tiefer See am Ende des Vlei. „Sossus” bedeutet uebrigens „blinder Fluss”. Die umgebenden orangefarbenen Dünen sind mit über 300 Metern die höchsten der Welt und bieten, wenn man den Kamm entlang auf ihnen hinaufsteigt, einen unglaublichen Ausblick.
Jetzt wissen wir auch wo das Wuestenlandschaftbild auf unser Homepage gemacht wurde....
Nach diesem Highlight besuchten wir an der Grenze zu Suedafrika noch den Fish River Canyon (Deutsch: Fischfluß-Canyon). Der auf einer Länge von etwa 160 km und Breite von bis zu 27 km bis zu 550 Meter tief vom Fischfluss ausgewaschen wurde, wird als der größte Cañon Afrikas bezeichnet.